An der Grenze!? - Neu Denken.

Im November 1989 wurde die Mauer, die die beiden deutschen Staaten und Europa fast 30 Jahre lang getrennt hatte, zu Fall gebracht. Nicht einmal ein Jahr später vereinigten sich die beiden deutschen Staaten zur Bundesrepublik Deutschland. Wurde daraus die „Neue Bundesrepublik Deutschland“?

Die viel beachtete und gelobte Naumburger Tagung „30 Jahre Mauerfall – Freiheit, die ich meine“ brachte am 9.11.2019 erstmals führende Berufs- und Fachverbände aus dem systemischen Feld an einen Tisch: DGfS als Veranstalter, DGSF, SG, DGSv und DGsP. Das Systemische Institut Naumburg (SINN) kooperierte mit der Carl-Auer Akademie und der sysTelios-Klinik.

Wir führen das Thema weiter in unsere Zeit. Das Jahr 2020 als Jahr des Jubiläums der Vereinigung – dieses so besondere und aberwitzige Jahr – hat uns an unsere Grenzen gebracht und erfahren lassen.

2021 jähren sich vier zentrale politische Grenz-Ereignisse. Wir gehen davon aus, dass nahezu alle Menschen in ihrem Leben Grenzerfahrungen machen bzw. gemacht haben. Mit dem Thema „Grenzen“ wollen wir einen offenen und kritischen Diskurs wagen, sowie die Rolle von Grenzen im Leben der Menschen näher beleuchten.

Wir* planen dazu eine bundesweite Veranstaltungsreihe zwischen April und Oktober 2021

Wir fragen uns

  • Wie gestalten wir in Anbetracht unserer deutschen Geschichte unsere gesellschaftliche Zukunft?
  • Wie gehen wir mit unserem Erbe um?
  • Wie können wir die alten Grenzerfahrungen in der Pandemie nutzen?
  • Wie viel Gestaltungsraum hat der/die Einzelne und wie viel Selbstwirksamkeit ist ihm/ihr möglich?
  • Wie viel Selbstverantwortung trägt der/die Einzelne für seine/ihre Grenzen?
  • Wie erleben wir unsere eigene Biografie mit ihren Begrenzungen in familiären, religiösen und gesellschaftspolitschen Kontexten?
  • Welche Grenzen brauchen wir? Welche Grenzen sind hilfreich, welche sind hinderlich und für wen?
  • Wie gehen wir mit den wirtschaftlichen Grenzerfahrungen um?

Und fragen uns darüber hinaus

  • Um welche Freiheit(en) ringen wir in der gegenwärtigen Situation? Welche Freiheit(en) meinen wir?
  • Wie frei sind wir, wie frei wollen wir sein, wie frei können wir sein?

Wir wollen

  • Unsere deutsche Geschichte kritisch würdigen und gleichzeitig unterschiedliche Grenzerfahrungen durch biografische Erzählungen in den Blick nehmen:
    • alte und neue, humane und inhumane
    • überwundene, bestehende und notwendige
    • politische und religiöse
    • gesellschaftliche und persönliche
    • sichtbare und unsichtbare

Wir brauchen

  • eine Vision und eine wertschätzende Gesprächskultur
  • einen kritischen Diskurs und konträre Positionen, um eine lebendige Demokratie zu erhalten

Wir bieten Veranstaltungen in kleineren (Gesprächs)Gruppen

  • die Raum für Impulse, Begegnung, Risiko und Innovation eröffnet
  • die „Wissen und Nichtwissen“ verbindet
  • die auch die Grenzerfahrung in der Arbeitswelt im Blick hat
  • mit Referent*innen aus dem gesellschaftlichem Leben
  • die Beteiligung unterschiedlicher systemischer Verbände und Institute, Unternehmen sowie dem Carl Auer Verlag und der Carl Auer Akademie und anderer Partner*innen

Die Workshops und Veranstaltungen selbst werden als Hybrid aus Präsenz- und oder Online-Formen gestaltet, die miteinander in grenznahe Beziehungen treten. Es werden spannende Nachfolge-Events entstehen, an verschiedenen Orten der Welt und des Netzes. Für die Koordination der inspirierenden Irritationen sorgt das LöWe-Team aus Mainz. Auch diesmal sind Fachverbände dabei.

Übersicht:

03.04.2021 LöWe – Ideenwerkstatt (Anmeldung: LöWe-Ideenwerkstatt)

17.06.2021 Ines Geipel in Jena (Anmeldung: www.supervision-jena.de)

06.07.2021 Gerald Knaus in Heppenheim (Anmeldung: SiNN)

09.09.2021 Christa Renoldner in Naumburg (Anmeldung: SiNN)

01.10.2021 Dr. Karl-Heinz Bomberg & n.n.

Im Vergangenen Gegenwärtiges und im Gegenwärtigen Vergangenes … Wo bist Du?

Zurückliegendes Leid und vergangene Erfahrungen sind gleichermaßen in uns gespeichert. Mit der Kostbarkeit von Erkenntnissen aus früheren Lebenszeiten können wir in die Zukunft gehen, um sie neu und anders zu gestalten. Wir entscheiden, was wir davon mitnehmen, wie wir unser Erbe erforschen, es wandeln und an die nächste Generation weitergeben.

In diesem Workshop werden wir auf bewährte Methoden, wie die Genogrammarbeit und Textaufstellung zurückgreifen, diese mit allen Sinnen unseres Körpers erfahren und mit Musik und Literatur unterlegen.

Seien Sie gespannt und neu-gierig und lassen Sie sich ein.

Termin: 03.04.2021 von 09.30 bis 17.00 Uhr

Anmeldung: LöWe – Ideenwerkstatt: info@loewe-weiterbildung.de

An der Grenze
Flyer zur Veranstaltung "An der Grenze - Deutschland im Wahljahr 2021" (PDF, 1MB)

An der Grenze – Deutschland im Wahljahr 2021

Im August 1961 wurde in Berlin eine Mauer gebaut und Deutschland für 28 Jahre in Ost und West durch eine Grenze, die geografisch, politisch, zwischenmenschlich und psychohistorisch wirksam war, geteilt.

60 Jahre später befindet sich Deutschland in einer Pandemie und in einem Jahr zahlreicher Wahlen auf Länder- und Bundesebene.

Es scheint neue Grenzen zu geben. Manch einer spricht sogar von einem neuen Spaltungssyndrom.

Was sind die Ursachen dafür? Wie ist die aktuelle Situation? Wie können die neuen Grenzen überwunden werden?

Diesen Fragen wird Raum gegeben in einem Vortrag und Gespräch mit der Autorin und Publizistin Frau Prof. Ines Geipel, Berlin.

Eingeladen sind nicht nur Studierende, sondern alle interessierten Gäste, auch ehemalige Student:innen.

Organisation: Systemisches Institut Naumburg – SINN, Carl-Auer Akademie Heidelberg, Systemische Gesellschaft e.V. in Kooperation mit der Evangelischen Studierendengemeinde Jena

Referentin: Prof. Ines Geipel, Berlin

Datum:
17.06.2021
Beginn: 20 Uhr
Ort:Evangelische Studierendengemeinde Jena,
 August- Bebel- Str. 17 a
Anmeldung:Praxis für Supervision und Coaching Christine Ziepert
 Mail: kontakt@supervision-jena.de
 Fon: 03641 336280

Flyer zur Veranstaltung "Welche Grenzen brauchen wir?" (PDF, 2MB)
Welche Grenzen brauchen wir?“

Im 75. Jahr der Genfer Flüchtlingskonvention wendet sich der Migrationsforscher Gerald Knaus auch in seinem Buch „Welche Grenzen brauchen wir?“ an Europäer:innen, die sich für ein menschlich kontrolliertes Grenzregime einsetzen. Gleichzeitig beteiligen sich diese Menschen an einem kritischen Diskurs mit konträren Positionen. Es geht um nicht weniger als darum, die demokratische Vitalität zu erhalten und letztlich eine Anpassungsleistung zu ermöglichen und politisch zu gestalten.

Wir laden zu einem gemeinsamen „Experiment im hybriden Raum“ ein. Wir denken den hybriden Raum neu und möchten mit der Distanz und Unverbundenheit brechen. Ein Experiment, das die Grenzen geografischer Trennung zugunsten einer die Bundesländer übergreifenden Verbundenheit überwinden wird.

Bestandteile:
  • Interview mit Gerald Knaus in Heppenheim Gemeinsamer, bundesländerübergreifender Austausch
  • Individuelle Prozesse an den drei Standorten Heppenheim, Naumburg und im digitalen Raum mit Fokus auf die Frage der Notwendigkeit geografischer, aber auch persönlicher und emotionaler Grenzen.
  • „Zusammenkommen“ im hybriden Raum und Erforschen der Erfahrungen innerhalb dieses gemeinsamen Experiments.
Referent: Gerald Knaus, Berlin
Veranstaltungsort: Heppenheim (Kreis Bergstraße)
Veranstaltungsort 2: Naumburg (Burgenlandkreis)
   Hotel „Zur Alten Schmiede“
Veranstaltungsort 3: virtueller Raum
Moderator Heppenheim: Matthias Ohler
Moderatorinnen Naumburg: Christine Ziepert
Moderation virtueller Raum: Beate Jaquet
Weiterer Support: LöWe®-Team
Kosten: 99€
Auszubildende / Studierende: 49€
Gruppe ab 5 Personen: 49€ p.P.
Gruppe ab 11 Personen: 39€ p.P.
Datum: 06.07.2021
   Beginn: 09:00 UhrEnde: 17:00 Uhr
Anmeldung: Systemisches Institut Naumburg
Organisatoren: Systemisches Institut Naumburg – SINN,
  Carl-Auer Akademie Heidelberg,
  LöWe®-Institut Mainz,
  Systemische Gesellschaft e.V.
  Forum Ehrenamt
  LRA Kreisbergstraße
  LRA Burgenlandkreis
Flyer zur Veranstaltung "Politische Aufstellung" (PDF, 2MB)

„Politische Aufstellung“

„Seit ich denken kann bin ich ein „politischer Mensch“. Schon im Alter von 8 Jahren wollte ich unbedingt bis Mitternacht wach bleiben, um die Ergebnisse der Bundespräsidentenwahl zu erfahren. Mein Vater berichtete uns dann, dass jener Kandidat Bundespräsident geworden war, den er nicht gewählt hatte. Dieser hätte aber versprochen, ein guter Präsident für alle Österreicher zu sein, auch für die, die ihn nicht gewählt hatten. Darauf soll ich geantwortet haben: „Ja, wenn er das hält!“ Die wichtigste Botschaft, die unser Vater uns Kindern nach seiner Heimkehr aus dem Krieg mitgeben wollte, war folgende: „Man muss alles tun, was man kann, um einen Krieg zu verhindern.“ Vielleicht sind Politische Aufstellungen eine (kleine) Möglichkeit, diesen väterlichen Auftrag ernst zu nehmen.“ Seminartag „Politische Aufstellungen“ Politische Aufstellungen sind bei weitem nicht so bekannt wie Familien- oder Organisationsaufstellungen. Liegt es daran, dass nur wenige Psychotherapeut/innen und Berater/innen politisch interessiert sind? Mehrere verschiedene politisch interessierte oder engagierte Aufsteller/innen bieten Unterschiedliches dazu an. Zuerst möchte ich einen Überblick darüber geben, was „im Feld“ dazu gemacht wird und welche unterschiedlichen Zugänge mir bekannt sind. Danach soll Gelegenheit sein, eine oder zwei Aufstellungen zu aktuellen Themen zu demonstrieren und anschließend zu reflektieren. Bei Interesse kann ich gerne auch ein Aufstellungsformat zeigen, das wir in einer Experimentiergruppe in Österreich entwickelt haben, zum Themenbereich „Folgen der Corona-Pandemie“.

Referentin: Christa Renoldner, Salzburg
  www.christa-renoldner.at
Veranstaltungsformat:hybrid/ präsenz
Veranstaltungsort:Naumburg, Hotel „Zur Alten Schmiede“
Veranstaltungsort 2:virtueller Raum
Datum: 09.09.2021
  Beginn: 09:00 Uhr Ende: 17:00 Uhr
Kosten: 99€
Auszubildende/ Studierende: 49€
Organisatoren:Systemisches Institut
  Naumburg – SINN, Carl Auer Akademie Heidelberg,
  LöWe-Institut Mainz, Deutsche Gesellschaft für Systemaufstellung e.V.

 

„Grenzerfahrungen und Danach?!“

Wir leben in einer Demokratie und brauchen gleichzeitig ein „Gedächtnis an Erinnerung“ dafür, was (oppositionelle) Menschen in der DDR erlebt haben.

Über eine Viertel Million Menschen waren aus politischen Gründen inhaftiert. Noch immer leiden die Betroffenen an den Spätfolgen ihrer Hafterfahrungen. Wie sind deren Kinder und Kindeskinder indirekt von der Inhaftierung und deren Folgen betroffen. Traumatisierung, sekundäre Traumatisierung und transgenerationale Weitergabe sind Fachbegriffe für das was erlebt, gelebt und weitergegeben wird.

Dr. Karl-Heinz Bomberg verarbeitete seine Erfahrungen von Haft und Verfolgung durch die Staatssicherheit in seinen Liedern. Wir wollen mit ihm ins Gespräch kommen. Er wird uns teilhaben lassen an seinen Liedern, an seinen Hoffnungen und Ängsten.

Referent:innen:Dr. Karl-Heinz Bomberg (angefragt)
  n.n.
Datum: 01.10.2021 Beginn: 17:00 Uhr
Veranstaltungsformat:Kaminabend mit kleinem Imbiss
Kosten:25€
Auszubildende/ Studierende:12€
Organisatoren:Systemisches Institut Naumburg – SINN,
  Carl-Auer Akademie Heidelberg

Anmeldung

Anmeldung zum Seminar

Bitte melden Sie sich über das Formular an und überweisen Sie gleichzeitig die Seminargebühr auf u.g. Konto.

Erst mit Zahlungseingang ist Ihr Seminarplatz fest gebucht und Sie erhalten von uns eine schriftliche Bestätigung (per Post/Fax oder E-Mail).

Bei Rücktritt bis 4 Wochen vor Veranstaltungsbeginn erhalten Sie die Seminargebühr abzüglich einer Bearbeitungsgebühr von 80,00 Euro zzgl. Mwst. zurück. Danach ist ein Rücktritt nur möglich, wenn Ihr Seminarplatz durch einen von Ihnen benannten Teilnehmer nachbesetzt werden kann. Für Umbuchungen berechnen wir ebenfalls eine Gebühr von 80,00 Euro zzgl. Mwst.

Wenn wir mehr Anmeldungen als freie Seminarplätze haben, richten wir eine Nachrückerliste ein und informieren Sie, sobald wir Ihnen einen Platz anbieten können.

SiNN behält sich Änderungen im Seminarprogramm vor. Die Durchführung der Veranstaltungen ist an eine Mindestzahl von Teilnehmern gebunden. Bei Absage durch das Institut wird der Teilnehmerbetrag erstattet.

Bankverbindung
Kontoinhaberin: Beate Jaquet
IBAN: DE11 8005 3000 4030 1274 15
BIC: NOLADE21BLK

St.-Nr. 339 / 5125 / 1203
Finanzamt Paderborn

Mitglieder der Planungsgruppe

Seit 2017 operiert die Gruppe als freiwilliger Zusammenschluss von Einzelpersonen:

Beate Jaquet, Systemische Supervisorin, Coach und Familientherapeutin (www.supervision-sinn.de)

Christine Ziepert, Systemische Supervisorin, Coach und Systemaufstellerin (www.supervision-jena.de)

Matthias Ohler, Systemischer Berater und Coach, Philosoph, Geschäftsführer Carl-Auer Verlag (www.carl-auer.de)

Dipl. Kfm. Oliver Tiemann, Controlling, Wirtschaft, digitale Transformation, Organisationsentwicklung (www.zen-b.care)

Cornelia Stieler, Systemische Coach, Therapeutin, Biografietrainerin und Mediatorin (www.waldakademie-machern.de)

Dorothee Liebing, Journalistin

LöWe®-Team Mainz (www.loewe-weiterbildung.de)

Im Rahmen unseres Projekts verfolgen wir daher vier zentrale Ziele. Wir wollen:

  • Die politische Perspektive auf das eigene Leben beleuchten
  • Akzeptanz für vielfältige Sichtweisen schaffen und dadurch befrieden
  • Ressourcen für gesellschaftliches Handeln nachhaltig aktivieren
  • Aufzeigen, dass jede und jeder einzelne in der Gesellschaft einen Unterschied macht

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